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Assuan Staudamm
Alter Staudamm
Etwa sieben Kilometer südwestlich von Assuan befindet sich die alte Staumauer. Sie wurde zwischen 1898 und 1902 durch die Firma John Aird & Co. errichtet.
Ziel war es, die Wassermassen des Nils vor allem beim jährlichen Hochwasser so zu regulieren, dass in der anschließenden Niedrigwasserphase ausreichend Wasser für die bereits auf ganzjährige Kanalbewässerung umgestellten Felder verfügbar war. Am 10. Dezember 1902 wurde der Damm in Betrieb genommen. Das Bauwerk besteht aus Granitblöcken und Bruchsteinmauerwerk, ist an der Sohle 35 Meter, an der Krone 9 Meter breit und etwa 1965 Meter lang. In den Jahren 1907–1912 und 1929–1933 wurde der Damm auf 36 Meter erhöht. Durch 180 Durchlässe konnte der Wasserstand reguliert werden und auch der für die ägyptische Landwirtschaft wichtige, sehr fruchtbare Nilschlamm konnte die Sperre passieren.
Das seinerzeit weltweit größte Bauwerk seiner Art erwies sich bald als zu klein. Trotz der beiden nachträglichen Erhöhungen auf ein Stauvolumen von 5000 Mio. m³ (fünf Kubikkilometer) konnte es kaum den Bedarf der ganzjährigen Kanalbewässerung decken. Es war nicht in der Lage, eine niedrige Flut auszugleichen oder gar zwei Jahre mit besonders niedrigen Wasserständen zu überbrücken – Ereignisse, die seit pharaonischen Zeiten immer wieder zu großen Hungersnöten geführt hatten und bei der inzwischen auf ein Vielfaches gestiegenen Bevölkerung katastrophale Folgen gehabt hätten.
Neue Staudamm
Aufgrund das der Alte Staudamm der inzwischen zu klein wurde entschieden im Jahre 1952 Muhammad Nagib und Gamal Abdel Nasser sich schnell für die Idee eines großen Dammes, der allein durch Ägypten kontrolliert werden konnte, anstelle mehrerer Stauseen auf den Gebieten anderer Staaten. Im Jahr 1954 gab es Verhandlungen über ein Angebot von Hochtief und Rheinstahl Union Brückenbau für einen Steinschüttdamm und ein Kraftwerk mit acht Turbinen. Allerdings fehlte die Finanzierung der auf insgesamt 2,1 Milliarden DM geschätzten Kosten des Projektes, das auch eine Stickstofffabrik umfassen sollte. Die USA und Großbritannien stellten im Dezember 1955 einen Beitrag von 70 Millionen $ in Aussicht.
Die USA zogen ihre Bereitschaft aber schon sieben Monate später wieder zurück, weil die ägyptische Regierung 1956 die Volksrepublik China offiziell anerkannte und ihre Neutralitätspolitik den Unwillen der USA erregte. Damit stand auch eine Finanzierung durch die Weltbank nicht mehr zur Diskussion.
Nasser verstaatlichte daraufhin den Sueskanal, unter anderem, um den Dammbau finanzieren zu können, überstand die Sueskrise und erhielt die Unterstützung der Sowjetunion, die um Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent bemüht war und den Damm ebenso wie die ägyptische Regierung als Prestigeprojekt betrachtete.
Da der Stausee auch große Teile des Niltales südlich der Landesgrenze überschwemmen würde, schloss Ägypten 1959 mit dem Sudan ein Abkommen. Ägypten übernahm die Kosten der Umsiedlung der betroffenen nubischen Bevölkerung im Sudan.
Am 9. Januar 1960 begann der Bau des Assuan-Staudamms. Vier Jahre später wurde nach Abschluss des ersten Bauabschnitts erstmals Nilwasser zur Füllung des Stausees eingeleitet. Der Staudamm ist mehr als 3800 Meter lang und 111 Meter hoch, an der Sohle 980 Meter und an der Krone etwa 40 Meter breit.
Am westlichen Ende des Damms ragt ein Beton-Denkmal in Form einer Lotusblüte mit einem zentral angeordneten Zahnrad in die Höhe – als Zeichen der ägyptisch-sowjetischen Freundschaft. Eine Aussichtsplattform befindet sich hier in 74 Meter Höhe. Der erzeugte Strom wird bis Kairo geleitet. Zur Zeit der Inbetriebnahme des Kraftwerkes lieferte es fast die Hälfte des Strombedarfs Ägyptens, heute beträgt sein Anteil immer noch 10 % der Stromerzeugung in Ägypten.
Der Stausee
Der etwa 500 km lange Stausee ist nach Inhalt der drittgrößte der Erde und nach Fläche der siebtgrößte. Das primäre Ziel des Baus des Assuan-Hochdamms war es, Ägypten, seine Bevölkerung und seine Landwirtschaft vor den katastrophalen Folgen längerer Dürreperioden an den Quellflüssen des Nils zu bewahren, die eine außergewöhnlich niedrige Wasserführung des Nils und damit eine weiträumige Vertrocknung der bewässerten Felder zur Folge gehabt hätte. In gleicher Weise sollte das Niltal unterhalb des Dammes vor Schäden durch Hochwasser geschützt werden. Beide Ziele wurden erreicht.Der Damm dient deshalb gleich mehreren Zwecken: - Bevorratung großer Wassermengen, um in Trockenperioden die Wasserversorgung sicherzustellen, und Kontrolle der abfließenden Wassermengen, um bei starkem Hochwasser das Nilland zu schützen:
- Sicherung der Trinkwasserversorgung,
- Stromerzeugung,
- Verbesserung der Schiffbarkeit des Nils,
- Aufbau neuer Industrien,
- Außerdem übernahm er zwangsläufig die Funktion der alten Assuan-Staumauer,
- Umstellung der restlichen, noch traditionell saisonweise bewässerten Flächen auf Dauerbewässerung, so dass statt der traditionellen einen Ernte überall zwei bis drei Ernten möglich wurden,
- Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen um 535.000 Hektar durch Bewässerung,
- Ausdehnung des Reis- und Zuckerrohranbaus, um teure Importe zu reduzieren.
Das Projekt kostete umgerechnet etwa 2,2 Milliarden Euro. 451 Menschen verloren im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen ihr Leben.
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Sphinx
In der ägyptischen Kultur ist die Sphinx ein Wächter, der nicht nur Acht geben, sondern auch Feinde abschrecken soll.
Manche Forscher glauben, dass die Figur den Pharao Chephren selbst darstellt. Andere denken, dass es sich bei der Skulptur um den Sonnengott Re handelt. Auf jeden Fall soll der (der oder die) Sphinx die Pyramide bewachen, das ist sicher.
Die Sphinx ragt seit mehr als vier Jahrtausenden aus dem Sand der ägyptischen Wüste, wobei sie die meiste Zeit bis auf den Kopf von Sand bedeckt war, was zu ihrer Erhaltung beitrug.
Die Sphinx wurde aus dem Rest eines Kalksteinhügels gehauen, der als Steinbruch für die Cheops-Pyramide diente. Sie befindet sich dadurch in einer Mulde, die im Laufe der Zeit immer wieder von Flugsand aufgefüllt wurde, wodurch sie jahrhundertelang oft nur mit dem Kopf über den Sand ragte. Farbreste am Ohr lassen darauf schließen, dass die Figur ursprünglich farbig bemalt war, ihr Körper war dabei mit rötlicher Ockerfarbe überzogen.

Neben der Sphinx wurde ein Tempel aus demselben Stein errichtet, der mit dem Taltempel der Chephren-Pyramide fast exakt in einer Linie liegt und über einen ähnlichen Aufbau verfügt.
Die Länge der Sphinx beträgt rund 73,5 Meter, wovon 15 Meter auf die ausgestreckten Vorderbeine entfallen. Das Gesicht der Sphinx ist 4 Meter breit, der Kopf mit Kopftuch 6 Meter. Die Gesamthöhe beträgt 20,2 Meter.
Durch Suchbohrungen in dem Gesteinsuntergrund wurde auch der Vermutung nachgegangen, es gäbe unter der Statue bisher unentdeckte Anlagen. Dabei konnten jedoch keinerlei künstlich erschaffene Hohlräume entdeckt werden.
Übrigens, es heißt wirklich "der Sphinx"! Aber auch die weibliche Form ist nicht falsch und wird ebenso verwendet.
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Abu Simbel
Abu Simbel
Neben Luxor und Gizeh lässt sich im Urlaub noch eine weitere altägyptische Stätte bewundern:
Die imposanten Felsentempel von Abu Simbel am gewaltigen Nassersee gehören zu den bedeutendsten Bauten und Sehenswürdigkeiten aus der Pharaonen-Zeit.
Vor über 3000 Jahren ließ sie König Ramses II. in den Fels schlagen und demonstrierte damit seine Macht über das Volk der Nubier, das in dieser Zeit von Ägypten beherrscht wurde. Der große Tempel, der den Hauptgöttern Ptah von Memphis, Amun-Re von Theben und Re-Harachte von Heliopolis geweiht war, beeindruckt mit seinen vier gewaltigen Kolossalstatuen des Pharaos am Eingang, von denen jede über 20 Meter hoch ist.
Im Inneren des Tempels befinden sich Pfeilerhallen mit prächtigen Reliefs, die unter anderem Feldzüge gegen die Nubier zeigen.
Im Jahr 1813 erfuhr ein Schweizer Reisende durch Einheimische von einem besonders schönen Tempel am Nilufer bei Ebsambal. Bei der Erkundung der Umgebung fand Burckhardt auch den durch eine Sanddüne weitestgehend verdeckten Großen Tempel Ramses’ II. Das Innere des Tempels war durch die angehäuften Sandmassen für ihn nicht zugänglich.

1817 wurde der obere Teil des Eingangs zum Großen Tempel vom Sand befreit und man drang ins Innere vor. Wissenschaftliche Untersuchungen fanden erst 1828 statt.
Erst im Jahre 1909 war die Fassade des Großen Tempels vollständig vom Sand freigelegt.
Die Felsentempel von Abu Simbel, der große Tempel zum Ruhm Ramses’ II. und der kleine Hathor-Tempel zur Erinnerung an Nefertari, dessen Große königliche Gemahlin, stehen seit 1979 auf der Weltkulturliste der UNESCO.
Beide Tempel befinden sich nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort.
Um sie vor dem ansteigenden Wasser des Nasser Sees, des durch den Assuan-Staudamm aufgestauten Stausees des Nil, zu retten, wurden sie in den Jahren 1963 bis 1968 abgetragen und 64 Meter höher auf der Hochebene von Abu Simbel wieder aufgebaut.
Das Sonnenwunder im Allerheiligsten
Als „Sonnenwunder“ von Abu Simbel bezeichnet man ein Ereignis, das zweimal im Jahr stattfindet. Hierbei beleuchten in einem bestimmten Zeitraum die durch den Tempeleingang eindringenden Sonnenstrahlen für etwa 20 Minuten drei der vier in sitzender Haltung dargestellten Götterstatuen des tief im Tempel liegenden Heiligtums: des Amun-Re von Theben, des vergöttlichten Ramses und des Re-Harachte von Heliopolis.
Die Statue des ganz links sitzenden Ptah von Memphis, eines Erdgottes, der mit dem Reich der Toten verbunden war, bleibt mit Ausnahme seiner linken Schulter außerhalb des Sonnenlichts.
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Die Pyramiden von Gizeh und Sphinx
Als unsterbliches Erbe von Ägyptens mächtigen Pharaonen faszinieren die Pyramiden von Gizeh seit mehr als 4500 Jahren. Lange Zeit die höchsten jemals von Menschenhand geschaffenen Bauwerke, beeindrucken sie heute jedes Jahr Millionen von Besuchern und gehören längst zum Welterbe. Nur wenige Kilometer entfernt vom Zentrum der pulsierenden Millionenstadt Kairo liegt ein Ort, der wohl jedem Besucher bei seinem Anblick die Sprache verschlägt. Wie mächtige Monolithen aus einer anderen Zeit ragen dort drei gewaltige Klötze aus dem Wüstensand: Die Pyramiden von Gizeh, das atemberaubende Herzstück der Nekropole von Gizeh, wo einst Ägyptens mächtige Herrscher, die Pharaonen, ihre letzte Ruhe fanden. Als einziges der antiken Sieben Weltwunder sind sie heute noch erhalten.
Pyramiden von Gizeh (Cheops, Chephren, Mykerinos, die Große Sphinx)
Seit jeher ist die Menschen fasziniert von den Pyramiden und Tempelanlagen des Kemet, des alten Ägyptens. Sie zogen Forscher an, ebenso wie Grabräuber, die die versteckten Grabkammern plünderten.
Heute verbringen Reisende ihren Urlaub in Luxor und Gizeh, um sich von der Erhabenheit der Totentempel überwältigen zu lassen. Die Anfänge der ägyptischen Kultur reichen zurück bis weit vor 4000 vor Christi.
Im Laufe der Jahrtausende häuften die Pharaonen mit den Ernteabgaben der Bauern unermessliche Reichtümer an, die den Bau von Pyramiden und Tempeln ermöglichten. Heute staunen wir darüber, wie die frühdynastischen Ägypter fast 150 Meter hohe Pyramiden wie die von Cheops in Gizeh errichten konnten.
Cheops Pyramide
Der allmächtige ägyptische Pharao Cheops gab im Jahre 2600 vor Christus einen Bau in Auftrag, der alles bisher Dagewesene sprichwörtlich in den Schatten stellt. Eine Grabstätte für sich selbst, die ihn auch nach seinem Tod überdauern und an seine Zeit als Herrscher über Ägypten erinnern soll. Cheops kann zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, das er mit der ersten der Pyramiden von Gizeh viel mehr erschafft als nur das. Nämlich ein wahres Weltwunder, einen Ort, den auch noch mehr als 4500 Jahre und unzählige Weltreiche später Menschen von überall bewundern werden. Bis zu 40.000 Arbeiter werden für den mächtigen Bau herangezogen, über einen Zeitraum von schätzungsweise 20 bis sogar 30 Jahren zieht sich die Errichtung hin.
In der Cheops-Pyramide sind laut heutigem Wissenstand mehr als 2,3 Millionen Steinblöcke verbaut. Es wurden hauptsächlich Kalkstein und Granit verwendet. Jeder einzelne dieser Steine hat ein Gewicht von 2,5 Tonnen. Die Deckenbalken und spezielle Granitblöcke für die Königskammer wiegen bis zu 50 Tonnen. Am Ende steht ein weltweit einzigartiges Mausoleum, 146 Meter hoch und wiegt insgesamt fast 6 Millionen Tonnen. Cheops lässt seine Pyramide am Westufer des mächtigen Nil errichten, denn dieser Ort wird im altägyptischen Glauben mit dem Reich der Toten in Verbindung gebracht, da dort die Sonne untergeht. Nach seinem Tod werde der Pharao im Jenseits als Gott weiterleben, so die allgemeine Vermutung. Dies erklärt auch die reichen Beigaben, die man so oft in Pharaonengräbern entdeckte. Denn man glaubte, der Herrscher würde all diese Schätze in der Nachwelt brauchen.
Chephren Pyramide
So verwundert es nicht, dass sich auch Cheops Sohn Chephren ein solches Denkmal setzen lässt. Und obwohl sie drei Meter kleiner ist als die seines Vaters, wirkt sie durch einen Trick optisch größer. Sie wurde ganz einfach an einem höher gelegenen Standort erbaut. Etwa 30 Jahre nach dem Bau des Grabmals für Pharao Cheops steht damit die zweite der drei Pyramiden von Gizeh. Ihr markantes Erkennungsmerkmal ist die heute noch vorhandene Spitze aus Kalkstein, der ursprünglich das gesamte Bauwerk bedeckte.
Mykerinos Pyramide
Chephrens Sohn Mykerinos ist es dann, der sich die letzte der Pyramiden von Gizeh als Grabmal errichtet. Mit 66 Metern Höhe ist sie nur weniger als halb so groß wie die seiner Vorväter. Das liegt vermutlich daran, dass Mykerinos noch vor ihrer Fertigstellung stirbt, weswegen sie quasi unvollendet bleibt. Als sie etwa 2510 vor Christus steht, endet damit eine ungefähr 90 Jahre dauernde Ära. Doch die Pyramiden werden, genau wie es sich die Pharaonen gewünscht haben, zu Monumenten für die Ewigkeit.
Sphinx
Ein noch anderes Monument für die Ewigkeit entsteht ganz in der Nähe der Chefren-Pyramide, nämlich die Sphinx als Bewacherin. Auch die legendäre Sagengestalt mit einem Menschenkopf auf einem Löwenkörper ist bis heute erhalten.
Die Monumentalfigur ist 70 Meter lang und 20 Meter hoch. Der Löwenkörper mit Menschen Kopf wirft bis heute Fragen auf:
- Gehörte sie zum Sonnenkult?
- Wer ließ sie erbauen?
Seit 4500 Jahren ragen die Pyramiden von Gizeh südwestlich der Metropole Kairo aus dem Wüstensand. Mächtig stechen die monströsen Felsgiganten vor dem blauen Himmel hervor, zugleich scheinen sie mit den Erdfarben des Sandes zu verschmelzen.
Doch das war nicht immer so: Zu Zeiten der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos, nach denen die Grabmäler aus der 4. Dynastie des Alten Reiches (2700 bis 2200 v. Chr.) benannt sind, strahlten die Pyramiden noch in einem Kleid aus weißem Kalkstein. Er wurde in späteren Dynastien und im Mittelalter fast vollständig abgebaut und findet sich heute an Moscheen und Prachtbauten in Kairo wieder, wo man im Ägyptischen Museum auch die einstigen Grabbeigaben bestaunen kann. Einzig an der Spitze der Chephren-Pyramide ist noch etwas von der alten Verkleidung erhalten.
Die Pyramiden sind das letzte noch erhaltene Weltwunder der Antike und ein Höhepunkt im kulturellen Urlaub.
Die Pyramiden von Gizeh stecken bis heute voller Rätsel
- Wie gelang die fast exakte Nivellierung des Fundaments und Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen?
- Welche Art von Rampen wurden verwendet, um die tonnenschweren Felsblöcke auf Holzschlitten in die Höhe zu ziehen?
Bestaunt diese eindrucksvollen Bauwerke und erkundet ihr geheimnisvolles Gangsystem mit eingemeißelten Hieroglyphen, das tief im Inneren der Pyramiden zu den Grabkammern führt.
Die Pyramiden von Gizeh sind täglich für Besucher geöffnet. In der Wintersaison kann man sie von 8 bis 16 Uhr sehen, im Sommer von 8 bis 17 Uhr. Tatsächlich kann man nicht nur die gewaltige Anlage begehen, sondern auch alle drei Grabmäler und zahlreiche kleinere Gebäude betreten. Im Inneren der Pyramiden gibt es neben den Grabstätten auch Tempel und die Gemächer der Pharaonen zu besichtigen, die diese dem Glauben nach im Jenseits bewohnten.
Die Ticketanzahl (Besichtigung) für die Pyramiden von Gizeh ist limitiert, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen. Informiert euch vorher im Hotel.
Wer mehr über die Pyramiden und der Sphinx erfahren möchte schaut ins Internet oder beschafft euch Literatur dazu. Spekulationen und Bücher gibt es zur genüge.
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Neu Kairo
Wie Indonesien baut auch Ägypten eine neue Hauptstadt um die Überbevölkerung in Kairo in den Griff zu bekommen. In der bestehenden Hauptstadt Kairo leben ständig rund 22 Millionen Menschen, was sie zu einer der am dichtesten besiedelten Metropolen der Welt macht. Alleine im Stadtzentrum wohnen mehr Menschen als in der Schweiz. In absehbarer Zeit wird die Bevölkerung auf geschätzten 37 Millionen Einwohner steigen.
Die politischen Entscheidungsträger (u.a.Wohnungsbauminister Mostafa Madbouly ), unter Präsident Abd al-Fattah as-Sisi, sind der Ansicht dass der Bau einer neuen Stadt dazu beitragen könnte die Überlastung Kairos zu verringern.
Sie entsteht seit 2015 knapp 50 Kilometer östlich von Kairo auf einer Gesamtfläche von 725 Quadratkilometern(Flächenmäßig etwa so groß werden wie Singapur) . Die zunächst noch namenlose Stadt (oft als „Neue Hauptstadt Ägyptens“ genannt ) wird auf 10 Millionen Einwohner ausgelegt. Die neue Stadt liegt zwischen Kairo und der Hafenstadt Suez und ist mit der alten Hauptstadt durch ein elektrifiziertes Stadtbahnsystem verbunden welches im Juli 2022 eröffnet wurde.
Kosten und Bauzeit
Die Bauzeit wird mit sieben Jahren angegeben. Die Kosten wurden ursprünglich auf 45 Milliarden US-Dollar beziffert. Neue Schätzungen gehen teilweise von etwa 60 Milliarden Euro und mehr aus.
Offizieller Baubeginn (Phase 1) war April 2016
Phase 1 konzentriert sich auf die Infrastruktur mit Brücken und 210 Kilometern Straße. Außerdem wurde ein Gaskraftwerk errichtet, ausgeführt von der EEHC (Egyptian Electricity Holding Company) und Siemens, das im Juli 2018 übergeben wurde. Die erste Aufbauphase der Stadt sollte in den frühen 2020er-Jahren abgeschlossen sein, während das Parlament bereits 2019 umziehen sollte. Der Umzug der Regierung wurde später auf den Juni 2021 verschoben. Anfang 2023 ist die ägyptische Regierung schließlich in die neue Hauptstadt umgezogen.
Projektiert sind neben Häusern und Wohnungen für ca.10 Millionen Menschen: 40 000 Hotelzimmer, 1200 Moscheen und Kirchen, 2000 Schulen, 600 Kliniken und sechs Universitäten.
Investoren
Finanziert wird das Projekt hauptsächlich aus Krediten, die Kritiker für eher undurchsichtig halten. Eine der größten Sponsoren ist China. Denn: Die geografische Lage der Hauptstadt ist für China nicht unbedeutend. Die Hauptstadt liegt unweit des Suezkanals, einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt, welche das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet und den Schiffen zwischen Nordatlantik und Indischem Ozean den Weg um Afrika erspart.
Politisches Zentrum
In der neuen Hauptstadt Ägyptens konzentrieren sich
- der Präsidentenpalast
- das Parlament
- Ministerien sowie
- weitere staatliche Einrichtungen und
- ein Botschaftsviertel.
Die Ministerien sind entlang einer Promenade zwischen Zentralbank und Platz des Volkes aufgereiht. Architektonisch werden Anleihen bei den pharaonischen Tempeln gemacht.
Religion
- al-Fattah-al-Alim-Moschee
- Christi-Geburt-Kathedrale
Die 2022 fertiggestellte Große Moschee Masdschid Misr als Teil des Islamischen Kulturzentrums ist die größte Moschee des Landes. Die al-Fattah-al-Alim-Moschee wurde bereits 2019 eingeweiht.
Mit der Christi-Geburt-Kathedrale ("Cathedral of the Nativity of Christ") befindet sich zudem die größte Kirche des Landes in der neuen Hauptstadt.
Sport
Unter dem Namen Sports City wurde von 2017 bis 2019/2020 ein Sportkomplex gebaut, der auf einer Fläche von 31.380 m² unter anderem Fußballplätze, Schwimmbecken, Squash- und Tennisplätze, Sporthallen, die New Capital Sports Hall sowie das Misr-Stadion beherbergt. Die Gesamtkosten lagen bei 2,2 Milliarden Ägyptischen Pfund (etwa 115 Millionen Euro). Erste große Sportveranstaltung in dem Areal war die Handball- Weltmeisterschaft der Männer 2021.
Die neue Hauptstadt hat Interesse gezeigt, sich für die Olympischen Sommerspiele 2036 sowie 2040 zu bewerben. Dies wären die ersten olympischen Spiele auf dem afrikanischen Kontinent.
Infrastruktur
Die Stadt verfügt über eine moderne Infrastruktur und wurde von der Regierung geplant, um gezielt Industrien anzusiedeln. In Neu-Kairo gibt es Dutzende von Fabriken. Die Stadt ist durch ein Netz von Buslinien und Taxis mit anderen Städten verbunden, verfügt jedoch nicht über ein U-Bahn-System. Die Stadt bezieht ihr Trinkwasser aus einer Wasseranlage in der nahegelegenen Stadt Obour.
Der Capital International Airport befindet sich als Flughafen für die Stadt im Bau. Außerdem entsteht die erste Einschienenbahn Afrikas. Mit einer Länge von 100 Kilometern soll die längste Einschienenstreckennetz der Welt entstehen, von dem ein rund 56 Kilometer langer Abschnitt in die neue Hauptstadt Ägyptens führen soll
Wohnen
Anfang 2025 wohnen erst ein paar Tausend Menschen hier. Zehntausende Wohnungen stehen noch leer.
In der Stadt befindet sich die Cairo Festival City, ein 285 Hektar großes Immobilienentwicklungsprojekt. Es hat Parks, Pools, Gärten, Gehwege, Geschäftsräume, ein großes Einkaufszentrum und einen Springbrunnen.
Aufgrund der hohen Immobilienpreise lebt vor allem die ägyptische Mittel- und Oberschicht in Neu-Kairo. Die Nachfrage nach Immobilien in der Stadt ist sehr hoch, da die Stadt über eine für ägyptische Verhältnisse hervorragende und sehr moderne Infrastruktur und Ausstattung verfügt. Kritisiert wird allerdings, dass sich die überwältigende Mehrheit der Ägypter keine Wohnung in Neu-Kairo leisten kann (in dem ein Drittel der Bevölkerung in Armut lebt) und deshalb die geplante Bevölkerungszahl vermutlich auch nicht erreicht werden wird.
In der Stadt haben sich mehrere internationale und nationale Bildungseinrichtungen und Universitäten angesiedelt, darunter sind u. a. die American University, die German University und die New Cairo Academy.
Freizeit
Der Green River Park (auch als Capital Park bekannt) ist ein Stadtpark, der sich entlang der gesamten neuen Hauptstadt erstrecken soll und den Nil im Kleinen abbilden soll. Er soll 35 Kilometer lang sein und damit doppelt so groß wie der Central Park in New York. Die erste Phase des Parks umfasst eine Länge von 10 Kilometern und befindet sich im Bau. Neben Fußgängerpassagen soll er Radwege umfassen. Hinzu kommen ein eigener Kunst- und Kulturbezirk, unter anderem mit einem Opernhaus und einer umfangreichen Bibliothek, sowie ein Freizeitpark und diverse Einkaufszentren.
Militär
Mit dem ab 2016 gebauten Gebäudekomplex Octagon befindet sich das neue Hauptquartier der Streitkräfte Ägyptens in der Stadt. Der Komplex besteht aus zehn großen Hauptgebäuden mit zusätzlichen Einrichtungen und bildet aufgrund seiner Größe de facto einen Stadtteil innerhalb der neuen Hauptstadt.Laut einem Politanalysten der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden hat der ägyptische Präsident und Militärdiktator Abd al-Fattah as-Sisi die Planstadt fernab von Kairo geplant, um sicherzustellen, dass er im Falle von Unruhen die Kontrolle behält. Tatsächlich sind in der neuen Hauptstadt (mit Stand 2022) etwa 6000 Sicherheitskameras installiert.
Rekorde
Der Wolkenkratzer Iconic Tower (2023 Fertigstellung), gelegen im Central Business District der Neuen Hauptstadt, ist mit einer Gebäudehöhe von 394 Metern das höchste Gebäude Afrikas und löst The Leonardo in Südafrika ab. Insgesamt sind 20 Wolkenkratzer geplant, darunter auch der Oblisco Capitale.
Das Hochhaus soll bei seiner Fertigstellung 2030 eine Höhe von 1000 Metern haben und damit den Burj Khalifa in Dubai, das bisher höchste Gebäude der Welt, übertreffen.In der Stadt steht der höchste Fahnenmast der Welt. Er wurde am 25. Dezember 2021 fertiggestellt und ist mit 201,9 Metern höher als der Flaggenmast von Dschidda in Saudi-Arabien, welcher den bisherigen Rekord mit 171 Metern hielt.

